Die Brüder Karamasow


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Die Brüder Karamasow (Originaltitel: The Brothers Karamazov) ist ein US-​amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr mit Yul Brynner in der Hauptrolle. Die Brüder Karamasow ist Dostojewskis letzter Roman und gilt als die Summe seines Schaffens. Der alte Karamasow, Vater von vier Söhnen, die er völlig. Die Brüder Karamasow. [Dostojewski, Fjodor Michailowitsch] on postconsulting.eu *​FREE* shipping on qualifying offers. Die Brüder Karamasow.

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Die Brüder Karamasow, in manchen Ausgaben auch Karamasoff, ist der letzte Roman des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski, geschrieben in den Jahren – Die Brüder Karamasow (russisch Братья Карамазовы Bratja Karamasowy), in manchen Ausgaben auch Karamasoff, ist der letzte Roman des russischen. Die Brüder Karamasow (Originaltitel: The Brothers Karamazov) ist ein US-​amerikanischer Liebesfilm aus dem Jahr mit Yul Brynner in der Hauptrolle. Die Brüder Karamasow: Roman | Dostojewskij, Fjodor M., Hoffmann, Richard, Ruoff, Hans | ISBN: | Kostenloser Versand für alle Bücher mit. Die Brüder Karamasow: Roman in vier Teilen und einem Epilog | Fjodor Dostojewski, Hermann Röhl | ISBN: | Kostenloser Versand für alle. Die Brüder Karamasow –»Roman in vier Teilen, mit einem Epilog«ist das letzte Werk der großen»Romantragödien «von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij. Die Brüder Karamasow ist Dostojewskis letzter Roman und gilt als die Summe seines Schaffens. Der alte Karamasow, Vater von vier Söhnen, die er völlig.

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Während der Zeit in Sibirien bekehrt er sich zum christlichen Glauben. Filme von Richard Brooks. Die Tat wurde allerdings von Smerdjakov begangen, der mit ihr die Zuneigung Iwans gewinnen wollte. Smerdjakow wird nicht als vollwertiges Familienmitglied betrachtet. Vor seinem Sterben ermahnt er Aljoscha zu dessen Überraschung, dem Kloster zu entsagen und sich als Christ in der Welt zu bewähren. John D. Rosamund Pike 2014, ist nicht nur intensivstes erzählerisches und gedankliches Umkreisen einer Idee, wonach am Ende die Erkenntnis des Guten inmitten von unendlich viel Bösem die Menschen erlöse, in dem gewaltigen Romanwerk spiegelt sich auch die gesamte dichterische Welt Dostojewskijs. Mit faszinierender psychologischer Doppelbödigkeit lotet Dostojewski nicht nur seine Charaktere aus, sondern auch die gesamte russische Gesellschaft. Er bezweifelt, aus Enttäuschung über Sonntagsfilme von Gott nicht verhinderte Leid in der Welt, Imdb Shameless Autorität der christlichen Gebote und der damit verbundenen Belohnungen und Strafen. Trotz vieler Indizien steht die Täterschaft Dmitrijs nicht eindeutig fest, manche mögen nicht daran glauben und wollen ihn auf die eine oder andere Weise retten: Die Goonies Monster gibt medizinische Sachverständige, die seine Unzurechnungsfähigkeit bezeugen sollen, Fluchtpläne und Selbstbezichtigungen. Die Brüder Karamasow Entsprechend wird die Handlung von der Zeit der Romanniederschrift zurück ins Jahr verlegt. Er behauptet, einen Monat zuvor nur die Hälfte der Rubel Katerinas ausgegeben zu haben, den Rest habe er in einem Brustbeutel verwahrt und am heutigen Abend verwendet. Buch, 9. Doch der verwirrte Auftritt Iwans bringt Katerina dazu, in einer zweiten Aussage einen Brief Die Brüder Karamasow, den Dmitrij in betrunkenem Zustand seinerzeit im Wirtshaus in Mokroje an sie geschrieben Netflix Tarife. Weitere Artikel finden Sie in:. Das liegt vor allem am Vater Fjodor Karamasoweinem unerträglichen Schwätzer, Schmarotzer und Schürzenjäger, der seine Frauen systematisch in die Verzweiflung getrieben hat. Unter Zar Nikolaus I. Internetverbindung Brooks suchte noch die Gruschenka, und obwohl Marilyn Monroe die Rolle liebend gern gespielt hätte, traute er ihr Sexfilm Youtube Rolle nicht zu. Jahrhunderts, ist nicht nur intensivstes erzählerisches und gedankliches Umkreisen einer Idee, wonach am Ende die Erkenntnis des Guten inmitten von unendlich viel Bösem die Menschen erlöse, in dem gewaltigen Romanwerk spiegelt sich auch die gesamte dichterische Welt Dostojewskijs. Die Brüder Karamasow Als dieser jedoch über seine Tat und seine eigenen unbewussten Wünsche entsetzt ist, erhängt er sich, ohne ein Geständnis zurückzulassen, und lässt damit zu, dass Dmitri verurteilt wird. Deshalb sei der Mensch sein eigener Gott und folglich moralisch in seinen Sensenmann Bilder und Taten frei. Serien Stream Elite Frau Chochlakow wegen ihrer engen kommunikativen Vernetzung im Roman eine Verbindungsrolle spielt, bildet die Handlung um den Starzen Sossima 2. Sie vertreten unterschiedliche Weltanschauungen und diskutieren Sturmwarnung Köln untereinander und mit dem Vater. Entsprechend wird die Handlung von der Zeit der Romanniederschrift zurück ins Jahr verlegt. Teil, 1. Fjodor Karamasow ist erschlagen worden, und Dmitrij wird verdächtigt. Denn es sei nunmehr die Kirche, die die Menschen zum Heil führe, indem sie ihnen die Freiheit, die Jesus ihnen geschenkt habe, wieder abgenommen habe. Die Brüder Karamasow. [Dostojewski, Fjodor Michailowitsch] on postconsulting.eu *​FREE* shipping on qualifying offers. Die Brüder Karamasow. Dostojewsksijs letzter großer Roman Die drei Söhne des lüsternen und närrischen alten Karamasow kehren in das Elternhaus zurück. Voll Hass und. Dostojewski die Geschehnisse um die Ermordung des Scheusals Fjodor Karamasow und die Ermittlungen gegen seine Söhne Dimitrji, Iwan und Aljoscha​. Diese „.

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Dort besucht er ihn in der Zelle und befragt ihn nach dem Grund für sein Wiedererscheinen, worauf er aber keine Antwort erhält. Denn es sei nunmehr die Kirche, die die Menschen zum Heil führe, indem sie ihnen die Freiheit, die Jesus ihnen geschenkt habe, wieder abgenommen habe.

Diese Freiheit sei für die Masse der Menschen doch nur eine Bürde, die sie nicht tragen könnten. Um des Glückes der Menschen willen, die nicht nur Freiheit, sondern auch Brot und Erlösung von ihren Sünden wollten, würden alle, die sich gegen diese Führung und Herrschaft der Kirche auflehnten, zu Recht verbrannt.

Jesus erwidert nichts. Dieser lässt ihn gehen — mit der Ermahnung, niemals wiederzukommen. Aljoscha kehrt in sein Kloster zurück, um seinem verehrten Starez in den letzten Stunden nahe zu sein.

Aus Aufzeichnungen über dessen Leben wird deutlich, dass Starez Sosima als junger Kadett die Ausschweifungen des Lebens durchaus kennen gelernt hat.

Weil er fälschlicherweise des Mordes an einer geliebten Frau bezichtigt worden war und weil er einmal ein intensives Erlebnis der Natur als Gottes Schöpfung hatte, wandte er sich von der Welt ab und widmete sich einem Leben in Barmherzigkeit und Demut als einer Form praktizierten Christentums.

Dieses Leben hat ihm den Ruf eines Heiligen eingetragen. Vor seinem Sterben ermahnt er Aljoscha zu dessen Überraschung, dem Kloster zu entsagen und sich als Christ in der Welt zu bewähren.

Kurz nach Sosimas Tod breitet sich intensiver Verwesungsgeruch in der Zelle aus. Da man von jüngst verstorbenen Heiligen als Zeichen ihrer Gottesnähe aber besonderen Wohlgeruch erwartet, erregt dies bei allen in Stadt und Kloster sehr viel Aufsehen.

Aljoscha bleibt von dem Aufruhr nicht unbeeindruckt und verlässt nach einigem Zögern tatsächlich das Kloster.

Fjodor hat ihr als Geschenk sogar Rubel in Aussicht gestellt. Dem leichtsinnigen Dmitrij fehlen genau Rubel, die er händeringend aufzutreiben sucht.

Stattdessen fuhr er mit Gruschenka in den Nachbarort Mokroje und gab dort — eigenen Aussagen zufolge — das ganze Geld für ein riesiges Gelage aus, natürlich um Gruschenka zu beeindrucken.

Im Grunde möchte Dmitrij die Unterschlagung wieder rückgängig machen. Deswegen hat er seinen Vater um den Betrag angegangen. Aus diesem Grund ist auch die Aussprache beim Starez anberaumt worden: Dmitrij glaubt nämlich, ein Recht auf das Geld aus seinem mütterlichen Erbe zu haben, das der Vater verwaltet.

Aber Fjodor hat bisher nichts herausgerückt. Dmitrij besitzt praktisch keine Kopeke mehr. Halb wahnsinnig vor Verzweiflung rennt er in der Stadt von einem zum anderen, in der Hoffnung, sich die Summe leihen zu können: zu Gruschenkas ehemaligem geizigem Gönner, zu einem betrunkenen Bauern, zu einer angeblich wohlhabenden Dame — umsonst.

Wie von Sinnen, kehrt er nachts zum väterlichen Haus zurück, mit dem Vorsatz, Fjodor zu töten und dessen für Gruschenka bestimmtes Briefchen mit den Rubeln an sich zu nehmen.

Erst in letzter Sekunde lässt er von seinem Vorhaben ab. In seiner Verwirrung schlägt Dmitrij ihn nieder. Obwohl auch er sich verletzt hat und blutüberströmt ist, gelingt es Dmitrij sich von seinem Hauswirt sowie einem Bekannten nochmals zehn Rubel zu leihen.

Gruschenka ist nämlich an ebenjenem Tag wieder nach Mokroje gefahren, um sich mit einem polnischen Offizier zu treffen, den sie liebt und der ihr fünf Jahre zuvor die Ehe versprochen hat.

Dieser ist nun aus Sibirien aufgetaucht. Trotz der fortgeschrittenen Stunde kann Dmitrij einen Kolonialwarenhändler zur Lieferung von Champagner, Wein, Pasteten und Bonbons nach Mokroje überreden und lässt für sich selbst sofort anspannen.

Nach wilder Fahrt langt er in dem Wirtshaus an, wo schon einmal ein Gelage mit Gruschenka stattfand. Gruschenka ist da — und sie langweilt sich mit ihrem Polen, der eine billige sibirische Perücke trägt.

Karten werden hervorgeholt, Bauern erscheinen zum Gaffen, die Nacht schreitet voran. Es wird tatsächlich ein trunkenes Gelage, man bezichtigt sich gegenseitig der Trickserei beim Spiel.

Plötzlich erscheinen ein Staatsanwalt, ein Untersuchungsrichter, ein Kommissar, weitere Amtspersonen und Polizisten.

Fjodor Karamasow ist erschlagen worden, und Dmitrij wird verdächtigt. In einem langen Verhör werden die Vorgänge der Nacht und die gesamte Vorgeschichte minutiös rekonstruiert.

Dmitrij gibt vieles zu, aber seinen Vater will er nicht getötet haben. Seine Motive werden wohl verstanden, aber die Herkunft des Geldes kann er nicht schlüssig erklären.

Er behauptet, einen Monat zuvor nur die Hälfte der Rubel Katerinas ausgegeben zu haben, den Rest habe er in einem Brustbeutel verwahrt und am heutigen Abend verwendet.

Doch diese Erklärungen nützen Dmitrij nichts: Er wird verhaftet. In den zwei Monaten bis zum Prozesstag liegen die Nerven aller Beteiligten blank.

Trotz vieler Indizien steht die Täterschaft Dmitrijs nicht eindeutig fest, manche mögen nicht daran glauben und wollen ihn auf die eine oder andere Weise retten: Es gibt medizinische Sachverständige, die seine Unzurechnungsfähigkeit bezeugen sollen, Fluchtpläne und Selbstbezichtigungen.

Die Frage nach der Unzurechnungsfähigkeit ist schnell erledigt, denn das würde voraussetzen, dass Dmitrij der Täter war, was gerade die ihm Wohlgesinnten abstreiten.

Aljoscha bastelt am Fluchtplan. Die beiden Selbstbezichtiger sind Iwan und Smerdjakow. Dmitrij hatte den ungeliebten Halbbruder Smerdjakow bei den Verhören bereits als möglichen Vatermörder ins Spiel gebracht, dieser Vermutung war jedoch wenig Glauben geschenkt worden.

Iwan führt nun mehrere Gespräche mit dem immer frecher werdenden Smerdjakow. Im dritten Gespräch offenbart Smerdjakow gegenüber Iwan tatsächlich seine Täterschaft, schildert genau den Hergang des Mordes am Vater und zeigt zum Beweis Rubel vor.

Smerdjakow wusste, dass auch Iwan seinen Vater hasste und ihn am liebsten tot gesehen hätte. Kurz nach seinem Geständnis, am Abend vor dem Prozess, erhängt sich Smerdjakow.

Er kann deshalb als Zeuge zur Entlastung Dmitrijs nicht mehr aussagen. Der Mordfall hat in ganz Russland Aufsehen erregt.

Der Prozess kündigt sich als sensationelles Spektakel an. Aus St. Petersburg und Moskau sind namhafte Persönlichkeiten angereist, vor allem Juristen, die die Auseinandersetzung zwischen dem Staatsanwalt und dem von Katerina engagierten berühmten Verteidiger miterleben wollen.

Alle Fakten und Hintergründe werden noch einmal erörtert. Dmitrijs Anwalt gelingt es, die wichtigsten Belastungszeugen auf die eine oder andere Weise in ihrer Glaubwürdigkeit zu erschüttern.

Doch der verwirrte Auftritt Iwans bringt Katerina dazu, in einer zweiten Aussage einen Brief vorzuweisen, den Dmitrij in betrunkenem Zustand seinerzeit im Wirtshaus in Mokroje an sie geschrieben hat.

Darin enthüllt er seinen Tatplan. Der Staatsanwalt hält daraufhin ein leidenschaftliches, ausgewogenes Plädoyer, in dem er in der Familie Karamasow auch das gegenwärtige Russland widergespiegelt sieht.

Der Verteidiger kann das Blatt nicht mehr wenden. Die Geschworenen — Kleinbürger der Stadt — befinden den Angeklagten für schuldig.

Entsprechend wird die Handlung von der Zeit der Romanniederschrift zurück ins Jahr verlegt. Der Erzähler wendet sich zwar manchmal direkt an den Leser, tritt aber weitgehend zurück.

Er resümiert gelegentlich das Vorgefallene, charakterisiert bisweilen kurz die Figuren, manchmal auch ihre Empfindungen und Gedanken wie ein allwissender Erzähler.

Im Wesentlichen bereitet er aber immer die Szenen für die Dialogauftritte vor. Die eigentliche Handlungszeit ist extrem gedehnt: Auf Hunderten von Seiten werden die wenigen Tage vor dem Vatermord und vor dem Prozess beschrieben.

Die Dialogpassagen sind teilweise stark mit intellektuellen Erörterungen oder auch mit emotionalen Ausbrüchen befrachtet.

Die symbolischen und allegorischen Deutungsebenen dieses vordergründig realistischen Romans sind sehr komplex. Unter Zar Nikolaus I. Trotzdem erlebte das Land eine erste geistige Blüte.

Die Intelligenz opponierte und stellte gewisse Freiheitsforderungen. Unter Zar Alexander II. Aufklärerisches Denken, im Untergrund längst vorbereitet, drängte nun an die Oberfläche.

Dostojewski war ein Vertreter des russischen Realismus etwa von bis Dabei handelte es sich um eine literarische Strömung, die versuchte, die gesellschaftliche Realität und deren prägende Wirkung auf den menschlichen Charakter wirklichkeitsgetreu abzubilden, also ohne Überhöhung oder Stilisierung.

In den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts war die russische Literatur noch hauptsächlich von der Romantik geprägt. Gegen trat der Realismus, vor allem in Prosawerken, als Reaktion auf die Romantik hervor.

Die russischen Schriftsteller schrieben nun vermehrt über brennende soziale und politische Themen und Probleme, weil sie meinten, dass die Literatur das wirkliche Leben unsentimental darstellen sollte.

Dostojewski arbeitete also ungefähr 20 Jahre lang mit unterschiedlicher Intensität daran. Dostojewski war keineswegs ein stiller Poet.

Sein eigentlicher Hauptberuf war Journalist. So fieberhaft wie er Romane schrieb, so rastlos verfasste er Artikel und gründete er Zeitschriften, darunter auch eine, deren einziger Autor er selbst war.

Dostojewski befasste sich intensiv mit den Fragen seiner Zeit und nahm an den intellektuellen Diskussionen teil, die sich gerade auch mit philosophisch-politischen Fragen Nihilismus, Anarchismus, Sozialismus befassten, die er in seinen Romanen erörterte.

Er bewunderte Schiller , den er im Roman wiederholt zitiert. So wälzte Dostojewski als einer der führenden Intellektuellen Russlands über viele Jahre den Stoff immer wieder um, bis er ihn in die Form seines Hauptwerkes goss — das immer noch spürbar heterogen ist.

Zweitens, weil man einer Sache um so näherkommt, je dümmer man anfängt. Je dümmer, desto klarer. Die Dummheit drückt sich kurz und schlicht aus.

Der Verstand macht hingegen Winkelzüge und versteckt sich. Der Verstand ist ein Schuft, die Dummheit ist offen und ehrlich. Ich lenkte dies Gespräch zuletzt auf meine Verzweiflung, und je dümmer ich sie dir dargestellt habe, um so vorteilhafter ist es für mich.

Mein lieber Bruder, ich will dich nicht von deinem festen Standpunkt abbringen oder weglocken. Noch nie hatte Aljoscha so ein Lächeln bei ihm gesehen.

Gerade die einem am nächsten stehen, kann man meiner Ansicht nach nicht lieben, höchstens noch die Fernstehenden. Ich habe einmal irgendwo über den Heiligen Johannes den Barmherzigen gelesen, er habe, als ein hungriger, durchfrorener Wanderer zu ihm kam, sich mit ihm zusammen ins Bett gelegt, ihn umarmt und ihm in den Mund gehaucht, der infolge einer schrecklichen Krankheit mit eiternden Geschwüren besetzt war und übel roch.

Und unzähligen Menschen geht es wie mir. Er war ein Gott. Aber wir sind keine Götter. Angenommen, ich zum Beispiel wäre imstande, schweres Leid zu ertragen: Kein anderer könnte erkennen, in welchem Grad ich leide, weil er eben ein anderer ist und nicht ich.

Warum ist er dazu nicht bereit, was meinst du? Und da verweigert er mir denn sofort seine Wohltaten, und gar nicht einmal aus Bosheit.

Bettler, vor allem adlige, sollten sich nie persönlich zeigen, sondern durch die Zeitungen um Almosen bitten. Abstrakt kann man seinen Nächsten noch lieben, aus der Ferne manchmal auch, von nahem jedoch fast nie.

Wenn alles so wäre wie im Theater, im Ballett, wo Bettler in seidenen Lumpen und zerrissenen Spitzen erscheinen und graziös tanzend um Almosen bitten, könnte man sie noch mit Vergnügen und Interesse betrachten.

Betrachten, wohlgemerkt nicht lieben. Doch genug davon. Eigentlich wollte ich von den Leiden der Menschheit überhaupt reden, aber es ist wohl besser, wenn wir uns auf die Leiden der Kinder beschränken.

Dadurch wird der Umfang meiner Beweisführung zwar auf ein Zehntel gemindert, und doch redet man besser nur von den Kindern.

Für mich ist diese Beschränkung freilich nicht vorteilhaft. Und sie essen auch weiterhin von dem Apfel. Die Kinderchen jedoch haben nicht davon gegessen und sind einstweilen noch völlig unschuldig.

Liebst du die Kinder, Aljoscha? Sie werden für ihre Väter bestraft, die von dem Apfel gegessen haben — aber das ist ein Gedanke, der einer anderen Welt angehört und dem Menschenherzen hier auf Erden unverständlich ist.

Es darf doch nicht ein Unschuldiger für einen anderen leiden, und noch dazu so ein Unschuldiger! Und wohlgemerkt, grausame, leidenschaftliche, sinnliche Menschen, Menschen vom Schlage der Karamasows lieben Kinder manchmal sehr.

Solange sie wirklich Kinder sind, sagen wir bis zum siebenten Lebensjahr, sind Kinder von den Erwachsenen grundverschieden: als ob sie andere Wesen wären und eine ganz andere Natur hätten.

Im Gefängnis habe ich einen Räuber gekannt. Doch im Gefängnis liebte er sie leidenschaftlich. Er stand dauernd am Fenster und sah den auf dem Gefängnishof spielenden Kindern zu.

Einen kleinen Jungen hatte er dazu gebracht, zu ihm unters Fenster zu kommen, und der Kleine hatte sich schon richtig mit ihm angefreundet Ich habe Kopfschmerzen, und es ist mir traurig zumute.

Sie sengen und brennen, morden, vergewaltigen Frauen und Kinder, nageln Gefangene mit den Ohren an Zäune und lassen sie so die Nacht über stehen, um sie dann aufzuhängen, und so weiter.

Vieles davon kann man sich überhaupt nicht vorstellen. Eine Bestie kann nie so grausam sein wie der Mensch, auf so raffinierte, kunstvolle Art grausam.

Es würde ihm gar nicht in den Sinn kommen, Menschen über Nacht an den Ohren festzunageln, selbst wenn er das könnte.

Diese Türken haben unter anderem auch Kinder geradezu wollüstig gefoltert. So haben sie mit ihren Dolchen Ungeborne ne aus dem Mutterleib geschnitten und Säuglinge vor den Augen der Mütter in die Höhe geworfen, und mit den Bajonetten aufgefangen.

Und nun will ich dir eine kleine Geschichte erzählen, die mir besonders interessant war. Liebkosen das Kindchen, lachen, um es zum Lachen zu bringen, es gelingt ihnen, das Kind ist ganz vergnügt.

Das Kleine lacht fröhlich und streckt die Ärmchen aus, um nach der Pistole zu greifen. Kunstvoll, nicht wahr?

Du fragst eben, wozu ich das alles erzähle: Siehst du, ich bin ein Liebhaber und Sammler gewisser Tatsachen und schreibe mir aus Zeitungen und anderen Quellen, wo ich gerade etwas finde, bestimmte Geschichtchen heraus und sammle sie; ich habe bereits eine hübsche Kollektion.

Die Türken sind natürlich auch in die Sammlung aufgenommen, aber das sind Ausländer. Ich habe auch Geschichtchen aus unserem lieben Vaterland und sogar noch bessere als die türkischen.

Angenagelte Ohren sind bei uns undenkbar, denn wir sind doch Europäer. Ruten- und Peitschenhiebe — das ist etwas, was uns gehört und uns nicht genommen werden kann.

Ich besitze eine allerliebste kleine Broschüre, eine Übersetzung aus dem Französischen, in der erzählt wird, wie vor nicht sehr langer Zeit, vielleicht vor fünf Jahren, in Genf ein Übeltäter und Mörder namens Richard hingerichtet worden ist, ein Bursche von etwa dreiundzwanzig Jahren, der kurz vor dem Schafott bereut und sich zum Christentum bekehrt hatte.

Er wuchs bei ihnen auf wie ein kleines wildes Tier. Sie glaubten völlig im Recht zu sein, da Richard ihnen wie eine Sache geschenkt war, und sie hielten es nicht einmal für nötig, ihn zu beköstigen.

Er begann, sich in Genf als Tagelöhner Geld zu verdienen. Er wurde vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt.

Sentimental ist man dort ja nicht. Sie lehrten ihn im Gefängnis Lesen und Schreiben, erklärten ihm das Evangelium, redeten ihm ins Gewissen, bemühten sich, ihn zu überzeugen, setzten ihm zu, drängten und quälten ihn — und siehe da, endlich bekannte er selbst in feierlicher Form sein Verbrechen.

Er bekehrte sich und schrieb selbst an das Gericht, er sei ein Ungeheuer; Gott habe jedoch endlich auch ihn der Erleuchtung gewürdigt und ihm seine Gnade zuteil werden lassen.

Ganz Genf geriet in Aufregung, das ganze wohltätige, gottesfürchtige Genf. Alles, was zu den höheren, gebildeten Ständen gehörte, stürzte zu ihm ins Gefängnis.

Früher, in meiner Kindheit, war ich froh, wenn ich Schweinefutter essen durfte. Jetzt ist auch auf mich die Gnade herniedergekommen, ich sterbe im Herrn!

Nun hatte man das Schafott erreicht. Ja, das ist charakteristisch. Irgendwelche hochgestellten russischen Wohltäter, die mit dem Lutheranertum sympathisierten, haben diese kleine Broschüre ins Russische übersetzen lassen und zur Aufklärung des russischen Volkes als Gratisbeilage Zeitungen und anderen Publikationen beigegeben.

Bei uns würde man es für absurd halten, einem Bruder deswegen den Kopf abzuschlagen, weil er unser Bruder geworden und die Gnade auf ihn herniedergekommen ist.

Aber ich wiederhole, wir haben auch unsere Eigenheit, die beinahe noch schlimmer ist. Wer hätte so etwas nicht schon gesehen? Das ist echt russisch.

Der Dichter schildert, wie das schwächliche Pferdchen mit seiner überladenen Fuhre steckengeblieben ist und sie nicht aus dem Lehm herausziehen kann.

Der Bauer schlägt es, schlägt es in blinder Wut, schlägt es zuletzt, ohne zu wissen, was er tut. Durch das Schlagen in eine Art Rausch geraten, versetzt er ihm zahllose schmerzhafte Hiebe: Wenn du auch nicht kannst, zieh trotzdem!

Verrecke, aber zieh! Das armselige Pferdchen strengt sich verzweifelt, aber vergebens an. Das haben uns die Tataren beigebracht und uns zur Erinnerung die Knute geschenkt.

Aber man kann ja auch Menschen peitschen. Ein intelligenter, gebildeter Herr und seine Gemahlin peitschen zum Beispiel ihr eigenes Töchterchen, ein siebenjähriges Kind, mit Gerten — darüber habe ich mir ausführliche Aufzeichnungen gemacht.

Jener Vater schlägt also eine Minute lang, dann werden es fünf Minuten, dann zehn, er schlägt weiter, immer mehr, die Schläge fallen immer häufiger und schmerzhafter.

Der Angeklagte nimmt sich einen Advokaten. Ich hätte den Antrag gestellt, zu Ehren dieses Folterknechtes ein Stipendium auf seinen Namen zu stiften Allerliebste kleine Geschichten sind das!

Doch ich habe über Kinder noch bessere Geschichtchen. Ich habe über Kinder sehr, sehr viel Material gesammelt, Aljoscha.

Unter diesem Gesichtspunkt lieben sie die Kinder sogar. Gerade die Wehrlosigkeit der kleinen Geschöpfe hat etwas Verlockendes für diese Rohlinge.

In jedem Menschen steckt natürlich eine Bestie. Diese Bestie kann in Wut geraten, das Geschrei des gequälten Opfers ruft bei ihr eine wollüstige Glut hervor.

Von der Kette gelassen, kann diese Bestie nicht mehr zurückgehalten werden; ihre Wildheit wird gesteigert durch Krankheiten infolge eines ausschweifenden Lebenswandels, wie Podagra, Leberleiden und so weiter.

Die gebildeten Eltern unterwarfen also dieses arme fünfjährige Mädchen allen möglichen Foltern. Zuletzt verfielen sie auf höchst raffinierte Martern.

Sie sperrten sie bei starker Kälte eine ganze Nacht auf dem Abort ein. Die eigene Mutter zwang sie dazu, die eigene Mutter! Verstehst du, wozu diese Sinnlosigkeit notwendig ist, wozu sie da ist?

Man sagt, ohne sie könnte der Mensch gar nicht auf Erden leben; er würde das Gute und das Böse nicht erkennen. Aber wozu sollen wir dieses verdammte Gute und Böse erkennen, wenn uns das so teuer zu stehen kommt?

Aber die kleinen Kinder! Ich quäle dich, Aljoscha, du kommst mir vor wie geistesabwesend. Wenn du willst, höre ich auf.

Die Geschichte ereignete sich in der dunkelsten Zeit der Leibeigenschaft, zu Anfang dieses Jahrhunderts.

Solche Leute gab es damals. Er hatte eine Meute von mehreren hundert Hunden, dazu an die hundert Hundewärter, sämtlich uniformiert und beritten.

Er stieg zu Pferde, umgeben von seinen Schmarotzern, den Hunden, den Hundewärtern, den Treibern, die sämtlich beritten waren. Zur Erbauung und Belehrung war das Hofgesinde versammelt, vor allen anderen stand die Mutter des Jungen.

Der wurde aus dem Arrest herausgeführt. Es war ein trüber, kalter, nebliger Herbsttag, richtiges Jagdwetter.

Der General befahl, den Jungen zu entkleiden. Das Kind wurde vollständig ausgezogen. Es zitterte, war vor Angst ganz durcheinander, und wagte keinen Ton von sich zu geben Der Knabe lief.

Der General wurde unter Aufsicht gestellt, glaube ich. Was hätte man sonst mit ihm machen sollen? Auf Torheiten beruht die Welt, und ohne Torheiten würde in der Welt vielleicht überhaupt nichts geschehen.

Wir wissen, was wir wissen! Ich will bei den Tatsachen bleiben. Ich habe mit schon längst vorgenommen, nichts zu begreifen. Wenn ich etwas begreifen will, verdrehe ich sofort die Tatsachen, und ich habe mir vorgenommen, bei den Tatsachen zu bleiben.

Ich habe ja das Gespräch absichtlich darauf hingeleitet, es dir zu sagen. Du bist mir teuer, ich will dich nicht lassen und deinem Sossima nicht abtreten.

Ich habe die Kinder nur als Beispiel benutzt, damit der Beweis deutlicher wurde. Von den übrigen Menschentränen, mit denen die ganze Erde von der Rinde bis zum Zentrum getränkt ist, sage ich weiter kein Wort, ich habe mein Thema absichtlich beschränkt.

Nach meiner Ansicht steht es nicht so. Ich habe geglaubt, also will ich auch selbst sehen! Sollte ich jedoch zu jener Stunde schon tot sein, so mag man mich auferwecken.

Ich will mit eigenen Augen sehen, wie die Hirschkuh sich neben den Löwen legt, wie der Ermordete aufersteht und seinen Mörder umarmt. Ich will dabeisein, wenn alle plötzlich erkennen, warum alles so gewesen ist.

Auf diesem Wunsch beruhen alle Religionen auf der Erde, und ich bin gläubig. Aber da sind nun noch die kleinen Kinder, was soll ich mit denen anfangen?

Das ist eine Frage, auf die ich keine Antwort finde. Ich wiederhole abermals, es gibt viele solcher Fragen; ich habe die Kinder als einziges Beispiel benutzt, weil das, was ich sagen will, hierbei unverkennbar deutlich ist.

Wenn alle leiden müssen, um durch ihr Leiden die ewige Harmonie zu erkaufen — inwiefern sind daran die kleinen Kinder beteiligt?

Das sag mir doch bitte! Es gibt überhaupt keine Erklärung, warum auch sie leiden und durch ihr Leiden die Harmonie erkaufen müssen.

Warum sind auch sie unter die Düngemittel geraten und haben mit ihren Persönlichkeiten für irgend jemand die zukünftige Harmonie gedüngt? Die Solidarität in der Sünde unter den Menschen begreife ich, ich begreife auch die Solidarität in der Vergeltung.

Nein, Aljoscha, ich lästere Gott nicht! Aber da sitzt eben der Haken, gerade das kann ich nicht akzeptieren.

Solange es noch Zeit ist, beeile ich mich, Einspruch zu erheben, und darum will ich von der höchsten Harmonie überhaupt nichts wissen.

Sie ist diese Tränen nicht wert, weil sie ungesühnt geblieben sind. Sie müssen gesühnt werden, sonst ist eine Harmonie unmöglich.

Aber wodurch, wodurch können sie gesühnt werden? Ist das überhaupt möglich? Was hilft mir eine dafür geübte Rache?

Was hilft mir die Hölle für die Peiniger? Was kann die Hölle wiedergutmachen, wenn solche Kinder schon zu Tode gequält worden sind?

Und was ist das für eine Harmonie, wenn darin eine Hölle vorkommt? Sie darf ihm nicht verzeihen! Aber sie hat kein Recht, die Leiden ihres zu Tode gequälten Kindes zu verzeihen!

Sie darf dem Peiniger nicht einmal dann verzeihen, wenn das Kind selbst ihm verzeihen würde! Wenn es aber so ist, wenn nicht verziehen werden darf, wo bleibt da die Harmonie?

Gibt es auf der ganzen Welt ein Wesen, das verzeihen könnte und dazu ein Recht hätte? Ich will keine Harmonie! Aus Liebe zur Menschheit will ich sie nicht!

Lieber will ich meine ungerächten Leiden behalten. Lieber will ich meine ungerächten Leiden und meine nicht beschwichtigte Entrüstung behalten.

Selbst wenn ich unrecht haben sollte. Für diese Harmonie wird ein gar zu hoher Preis verlangt; es entspricht nicht unserem Geldbeutel, so viel Eintrittsgeld zu bezahlen!

Darum beeile ich mich, mein Eintrittsbillett zurückzugeben. Das tue ich denn auch. Und ich will ja doch leben. Sag es mir selbst geradeheraus, ich rufe dich auf, antworte: Stell dir vor, du selbst hättest das Gebäude des Menschenschicksals auszuführen mit dem Endziel, die Menschen zu beglücken, ihnen Friede und Ruhe zu bringen; dabei wäre es jedoch zu eben diesem Zweck notwendig und unvermeidlich, sagen wir, nur ein einziges winziges Wesen zu quälen — beispielsweise jenes Kind, das sich mit den Fäustchen an die Brust schlug — und auf seine ungerächten Tränen dieses Gebäude zu gründen: Würdest du unter diesen Bedingungen der Baumeister dieses Gebäudes sein wollen?

Das sage mir, und lüge nicht! Du hast Ihn vergessen! Wenn du noch etwa zehn Minuten mit mir verlieren kannst, möchte ich es dir erzählen.

Aber ich habe dieses Poem ausgedacht und im Gedächtnis behalten, und zwar mit starkem Gefühl. In der Tat, warum soll ein Autor auch nur einen einzigen Zuhörer verlieren?

Eine absurde Geschichte, aber ich möchte sie dir gern erzählen. Von Dante will ich gar nicht erst reden. Das geschah damals in vollkommener Einfalt.

In unseren Klöstern beschäftigten sich die Mönche ebenfalls mit dem Übersetzen und Abschreiben, ja sogar mit dem Verfassen solcher Gedichte — und das selbst unter dem Tatarenjoch.

Sie sieht die Sünder und ihre Martern. Und da fällt die Mutter Gottes erschüttert und weinend vor Gottes Thron nieder und bittet für alle in der Hölle um Begnadigung, für alle, die sie dort gesehen hat, ausnahmslos.

Ihr Gespräch mit Gott ist höchst interessant. Bei mir tritt Er auf; allerdings spricht Er nicht, sondern erscheint nur und geht vorüber.

So war denn nur der Glaube an das geblieben, was das Herz sagte! Allerdings geschahen damals auch viele Wunder. Es gab Heilige, die wunderbare Heilungen ausführten.

Zu manchen Gerechten stieg, so die Angaben in ihren Lebensbeschreibungen, die Himmelskönigin selbst herab. Aber der Teufel schläft nicht, und es regten sich in der Menschheit schon Zweifel an der Wahrheit dieser Wunder.

Zu jener Zeit war im Norden, in Deutschland, gerade eine schreckliche neue Ketzerei aufgetreten. Die Anhänger dieser Ketzerei begannen gotteslästerlich die Wunder zu leugnen.

Doch um so feuriger glaubten die Treugebliebenen. Die Tränen der Menschheit stiegen zu Ihm auf wie ehemals. Die Menschen erwarteten Ihn, liebten Ihn, hofften auf Ihn wie ehemals.

War Er doch auch schon früher manchmal hinabgestiegen und hatte einzelne Gerechte, Märtyrer und fromme Eremiten auf Erden besucht, wie in ihren Lebensbeschreibungen zu lesen steht.

Bei uns hat das Tjutschew , von der Wahrheit seiner Worte zutiefst überzeugt, so ausgedrückt:. In Knechtsgestalt, vom Kreuze schwer gedrückt, durchzog er segnend jede Erdenzone.

Er, den als König aller Welten schmückt auf höchstem Himmelsthron die Herrscherkrone. Und so ist es auch tatsächlich geschehen, das sage ich dir.

Also es verlangte Ihn, sich dem Volk zu zeigen, wenn auch nur für ganz kurze Zeit, dem leidenden, schwer sündigenden, aber Ihn doch kindlich liebenden Volk.

Die Handlung spielt bei mir in Spanien, in Sevilla, in der furchtbarsten Zeit der Inquisition, als zum Ruhme Gottes täglich die Scheiterhaufen loderten und.

Nein, es verlangte Ihn, wenn auch nur für sehr kurze Zeit, seine Kinder zu besuchen, und zwar vor allem dort, wo gerade die Scheiterhaufen der Ketzer prasselten.

Er erscheint still und unauffällig, und siehe da, es geschieht etwas Seltsames. Alle erkennen Ihn. Und woran sie Ihn erkennen — das könnte eine der besten Stellen meiner Dichtung sein.

Schweigend, mit einem stillen Lächeln unendlichen Mitleids, wandelt Er unter ihnen. Er streckt die Hände nach ihnen aus und segnet sie, und von seiner Berührung, ja sogar von der Berührung seines Gewandes geht eine heilende Kraft aus.

Das ist Er, das ist Er selbst! Das tote Kind ist ganz in Blumen gebettet. Ein Pater des Doms, der herauskommt, um den Sarg in Empfang zu nehmen, macht ein erstauntes Gesicht und zieht die Augenbrauen zusammen.

Aber da ertönt das laute Schluchzen der Mutter des gestorbenen Kindes. Er ist ein fast neunzigjähriger Greis, hochgewachsen und gerade, mit vertrocknetem Gesicht und eingesunkenen Augen, in denen aber noch ein schwaches Feuer glimmt.

Er trägt nicht die prächtigen Kardinalsgewänder, in denen er am Vortag prunkte, als die Feinde des römischen Glaubens verbrannt wurden; nein, in diesem Augenblick trägt er nur seine alte, grobe Mönchskutte.

Und sein Gesicht verfinstert sich. Er zieht die dichten grauen Brauen zusammen, und ein böses Feuer funkelt in seinem Blick. Er streckt einen Finger aus und befiehlt der Wache, Ihn zu ergreifen.

Und augenblicklich neigt sich die Menge wie ein Mann zur Erde vor dem greisen Inquisitor, der erteilt dem Volk schweigend den Segen und geht weiter.

Er bleibt am Eingang stehen und blickt Ihn lange, ein oder zwei Minuten, an. Was solltest du auch sagen?

Und du hast gar kein Recht, dem etwas hinzuzufügen, was du früher schon gesagt hast. Warum bist du gekommen, uns zu stören?

Ich bin nicht informiert, wer du bist, und es interessiert mich auch gar nicht, ob du Er selbst bist oder nur eine Kopie von Ihm.

Ein unerhörtes qui pro quo? Willst du es als qui pro quo auffassen, mag es meinetwegen so sein. Aber kann es dir und mir nicht gleichgültig sein, ob es ein qui pro quo oder zügellose Phantasie ist?

Die Sache ist doch die: Der Greis hat das Bedürfnis, sich auszusprechen! Er spricht sich endlich aus zur Entschädigung für die ganzen neunzig Jahre, und sagt das laut, was er neunzig Jahre lang verschwiegen hat.

Darin liegt vielleicht der eigentliche Grundzug des römischen Katholizismus — zumindest ist das meine Meinung. Und du komm jetzt nicht, störe wenigstens nicht vor der Zeit!

Das habe ich selbst bei ihren Theologen gelesen. Du darfst dem, was du früher schon gesagt hast, nichts hinzufügen, und du darfst den Menschen nicht die Freiheit nehmen, für die du so warm eingetreten bist, als du auf Erden warst.

Alles, was du neu verkünden könntest, würde die Glaubensfreiheit der Menschen beeinträchtigen, da es wie ein Wunder erscheinen würde.

Und die Freiheit ihres Glaubens war dir doch damals, vor anderthalb Jahrtausenden, über alles teuer. Hast du nicht damals oft gesagt: Ich will euch frei machen?

Fünfzehn Jahrhunderte haben wir uns mit dieser Freiheit abgequält — jetzt ist es mit ihr zu Ende, gründlich zu Ende. Du glaubst das nicht?

Du blickst mich sanftmütig an und würdigst mich nicht einmal deines Unwillens? Aber das haben wir zuwege gebracht!

Oder hast du das gewünscht? Hast du so eine Freiheit gewünscht?! Der Mensch war als Rebell erschaffen worden — können Rebellen denn glücklich sein?

Du verschmähtest den einzigen Weg, auf dem es möglich war, die Menschen glücklich zu machen. Doch zum Glück übergabst du diese Aufgabe uns, als du weggingst, du versprachst es, du bekräftigtest es mit deinem Wort, du gabst uns das Recht zu binden und zu lösen — und natürlich kannst du dir jetzt nicht einfallen lassen, uns dieses Recht wieder zu nehmen.

Warum also bist du gekommen, uns zu stören? War es so? Und hätte er dir etwas Wahreres sagen können als das, was er dir in den drei Fragen kundtat?

Und doch: Wenn es auf Erden jemals ein wahrhaftes, donnergleiches Wunder gegeben hat, so jenes an dem Tag dieser drei Versuchungen. Eben in diesen drei Fragen lag das Wunder.

Es sind die drei Formen aufgezeigt, in denen alle unlösbaren historischen Widersprüche der menschlichen Natur auf dieser Erde eingeschlossen sind.

Damals konnte das noch nicht verständlich werden, denn die Zukunft war unbekannt. Entscheide selbst, wer recht hatte: Du oder jener, der dich damals fragte.

Erinnere dich an die erste Frage! Aber siehst du die Steine hier in dieser nackten, glühenden Wüste? Verwandle sie in Brot, und die Menschheit wird dir wie eine Herde nachlaufen, dankbar und gehorsam, wenn auch in steten Zittern, du könntest deine Hand von ihnen nehmen, und es hätte dann mit deinen Broten für sie ein Ende!

Denn was ist das für eine Freiheit, so urteiltest du, wenn der Gehorsam durch Brot erkauft wird? Du erwidertest, der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

Es gab uns das Feuer vom Himmel! Mach sie satt, und verlang erst dann von ihnen Tugend — dies werden sie auf ihr Banner schreiben, das sie gegen dich erheben und durch das sie deinen Tempel stürzen werden.

Anstelle deines Tempels wird man einen neuen Bau aufführen. Erheben wird sich erneut ein furchtbarer Turm von Babylon, und obgleich der ebensowenig wie der frühere zu Ende gebaut werden dürfte, hättest du ihn doch vermeiden und die Leiden der Menschen um tausend Jahre verkürzen können!

Zu uns nämlich kommen sie, wenn sie sich tausend Jahre mit ihrem Turm abgequält haben. Sie werden uns wieder unter der Erde suchen, in den Katakomben, in denen wir uns verborgen halten, denn wir werden wieder verfolgt und gemartert sein.

Sie werden uns finden und uns zurufen: Macht uns satt! Die uns das Feuer vom Himmel versprachen, haben es uns nicht gegeben Und dann werden wir auch ihren Turm zu Ende bauen, denn zu Ende bauen wird ihn, wer sie satt macht.

Satt machen aber werden nur wir sie, und wir werden lügen, es geschehe in deinem Namen. Oh, niemals werden sie ohne uns satt werden!

Und wenn dir um des himmlischen Brotes willen Tausende und aber Tausende nachfolgen, was wird dann aus den Millionen und aber Millionen jener Wesen, die nicht die Kraft haben, das irdische Brot um des himmlischen willen geringzuschätzen?

Nein, uns sind auch die Schwachen teuer. Aber wir werden sagen, wir seien dir gehorsam und herrschen in deinem Namen.

Wir werden sie wieder täuschen, denn dich werden wir nicht mehr zu uns lassen. In dieser Täuschung wird jedoch auch unser Leiden liegen; denn wir werden gezwungen sein zu lügen.

Das also hatte diese erste Frage in der Wüste zu bedeuten. Das verschmähtest du um der Freiheit willen, die du höher stelltest als alles andere.

Es gibt für einen Menschen, der frei geblieben ist, keine unausweichlichere, dauerndere, quälendere Sorge, als möglichst rasch jemand zu finden, den er anbeten kann.

Denn es ist nicht so sehr die Sorge dieser kläglichen Geschöpfe, etwas zu finden, was ich oder ein anderer anbeten kann, sondern etwas, woran alle glauben und was alle anbeten, unbedingt alle zusammen.

Und eben dieses Bedürfnis nach gemeinsamer Anbetung bildet die wesentliche Qual jedes einzelnen Individuums wie der ganzen Menschheit seit Anbeginn der Zeiten.

Um der gemeinsamen Anbetung willen vernichteten sie sich gegenseitig mit dem Schwert. Sie schufen sich Götter und riefen einander zu: Entsagt euren Göttern und betet unsere an — oder Tod euch und euren Göttern!

Und so wird es sein bis ans Ende der Welt, selbst wenn die Götter aus der Welt verschwinden. Das macht den Menschen nichts aus, dann werden sie eben vor Götzen niederfallen.

Du kanntest dieses wichtigste Geheimnis der menschlichen Natur, es konnte dir nicht unbekannt sein. Doch du hast das einzig wirksame Banner, das dir angeboten wurde, um alle zu zwingen, dich widerspruchslos anzubeten — das Banner des irdischen Brotes —, zurückgewiesen.

Hast es zurückgewiesen um der Freiheit und des himmlischen Brotes willen. Sieh dir doch an, was du getan hast! Und alles um der Freiheit willen!

Ich sage dir, der Mensch kennt keine quälendere Sorge, als jemand zu finden, dem er so schnell wie möglich das Geschenk der Freiheit übergeben kann, mit dem er, dieses unglückliche Geschöpf, geboren wird.

Aber nur der bekommt die Freiheit der Menschen in seine Gewalt, der ihr Gewissen beruhigt. Mit dem Brot wurde dir ein unbestrittenes Banner angeboten: Wenn du ihm Brot gibst, betet dich der Mensch an, denn nichts ist unbestrittener als das Brot.

In diesem Punkt hattest du recht. Und was war nun das Ergebnis? Statt die Freiheit der Menschen in deine Gewalt zu bringen, hast du sie ihnen noch vermehrt!

Nichts ist für den Menschen verführerischer als die Freiheit seines Gewissens, aber nichts ist auch qualvoller. Statt dem Menschen ein für allemal feste Grundlagen zur Beruhigung seines Gewissens zu geben, hast du ihm alles aufgebürdet, was es an Ungewöhnlichem, Rätselhaftem und Unbestimmtem gibt, alles, was die Kraft der Menschen übersteigt.

Du hast somit gehandelt, als ob du sie überhaupt nicht liebtest, obwohl du doch gekommen warst, um für sie dein eigenes Leben hinzugeben!

Statt die Freiheit der Menschen in deine Gewalt zu bringen, hast du sie vermehrt und mit ihren Qualen das Seelenleben des Menschen für allezeit belastet.

Du wünschtest freiwillige Liebe von seiten des Menschen, frei sollte er dir nachfolgen, entzückt und gefesselt von dir. Statt des festen alten Gesetzes sollte der Mensch künftig selbst mit freiem Herzen entscheiden, was gut und böse ist, und dabei nur dein Vorbild als Orientierungshilfe vor sich haben.

Auf diese Weise hast du selbst den Grund zur Zerstörung deines Reiches gelegt und darfst niemand sonst beschuldigen.

Dabei wurde dir doch etwas ganz anderes vorgeschlagen! Es gibt auf der Erde nur drei Mächte, die imstande sind, das Gewissen dieser schwächlichen Rebellen zu ihrem Glück für allezeit zu besiegen und zu fesseln: das Wunder, das Geheimnis und die Autorität.

Du hast das erste und das zweite und das dritte verschmäht und durch dein eigenes Verhalten ein Beispiel gegeben. Als der furchtbare, kluge Geist dich auf die Zinne des Tempels stellte und sagte: Wenn du wissen willst, ob du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab!

Aber du hast diesen Vorschlag zurückgewiesen und dich nicht hinabgestürzt. Oh, du hast damals eingesehen: Wenn du auch nur einer Schritt tun, nur eine Bewegung machen würdest, dich hinabzustürzen, würdest du damit Gott versuchen und allen Glauben an ihn verlieren und auf der Erde zerschmettern, die du zu retten gekommen warst; und der kluge Geist, der dich versuchte, würde sich freuen.

Aber ich sage noch einmal: Gibt es viele solche wie dich? Und hast du wirklich auch nur einen Augenblick annehmen können, auch die Kraft der Menschen könnte ausreichen, einer derartigen Versuchung zu widerstehen?

Und da der Mensch nicht imstande ist, ohne Wunder auszukommen, wird er sich neue Wunder schaffen, eigene Wunder; er wird sich vor den Wundern der Zauberer und Hexen beugen, mag er auch hundertmal als Rebell, Ketzer oder Atheist gelten.

Du bist nicht herabgestiegen, weil du abermals den Menschen nicht durch ein Wunder knechten wolltest, weil du einen freien Glauben wünschtest, keinen Wunderglauben.

Aber auch hier hast du von den Menschen zu hoch gedacht, denn sie sind allerdings Unfreie, wenn sie auch als Rebellen geschaffen worden sind. Sieh um dich und urteile selbst!

Fünfzehn Jahrhunderte sind jetzt verflossen; bitte, sieh dir die Menschen an: wen hast du zu dir emporgehoben? Ich schwöre dir, der Mensch ist schwächer und niedriger, als du geglaubt hast!

Kann er, frage ich, überhaupt ausführen, was du ausgeführt hast? Indem du ihn so hoch einschätztest, hast du gehandelt, als ob du kein Mitleid mehr für ihn empfändest, du hast zuviel von ihm verlangt, du, der du ihn doch mehr liebtest als dich selbst!

Hättest du ihn weniger hoch eingeschätzt, hättest du auch weniger von ihm verlangt; das wäre der Liebe näher gekommen, denn es hätte seine Bürde leichter gemacht.

Er ist schwach und gemein. Das ist der Stolz eines Kindes, eines Schulknaben. Das sind Kinder, die in der Klasse revoltieren und den Lehrer vertreiben.

Aber auch der Jubel dieser Kinder wird sein Ende finden; er wird ihnen teuer zu stehen kommen. Sie werden das voller Verzweiflung sagen, und was sie sagen, wird eine Gotteslästerung sein, die sie noch unglücklicher macht; denn die menschliche Natur erträgt keine Gotteslästerung und bestraft sich zuletzt immer selbst dafür.

Und so sind jetzt Unruhe, Verwirrung und Unglück das Los der Menschen, nachdem du so viel für ihre Freiheit gelitten hast! Aber wenn es so viele waren, dann waren auch sie wohl kaum Menschen, sondern Götter.

Sie haben dein Kreuz getragen. Sie haben es erduldet, jahrzehntelang in der öden Wüste zu leben und sich von Heuschrecken und Wurzeln zu ernähren.

Bist du wirklich nur zu den Auserwählten und für die Auserwählten gekommen? Wenn es so ist, liegt hier ein Geheimnis vor, und wir können es nicht verstehen.

Das haben wir denn auch getan. Wir haben deine Tat verbessert und sie auf das Wunder, das Geheimnis und die Autorität gegründet. Sprich, waren wir berechtigt, so zu lehren und so zu handeln?

Haben wir die Menschheit etwa nicht geliebt, als wir so freundlich ihre Schwäche anerkannten, ihre Bürde liebevoll erleichterten und ihrer schwachen Natur sogar die Sünde gestatteten, wenn sie mit unserer Erlaubnis geschah?

Warum bist du jetzt gekommen, uns zu stören? Und warum siehst du mich schweigend und durchdringend an mit deinen sanften Augen? Werde zornig! Ich will deine Liebe nicht, weil ich dich selbst nicht liebe.

Und was könnte ich vor dir schon verbergen? Was ich dir zu sagen habe, ist dir bereits alles bekannt, das lese ich in deinen Augen. Und ich sollte unser Geheimnis vor dir verbergen?

Vielleicht willst du es gerade aus meinem Munde vernehmen. So höre denn! Wir sind nicht mit dir im Bunde, sondern mit ihm — das ist unser Geheimnis!

Wir sind schon seit langer Zeit nicht mehr mit dir im Bunde, sondern mit ihm, schon acht Jahrhunderte lang. Aber wessen Schuld ist das?

Oh, dieses Werk befindet sich jetzt erst im Anfangsstadium, aber begonnen ist es. Lange noch werden wir auf seine Vollendung warten müssen, und viel wird die Erde noch leiden.

Aber wir werden ans Ziel gelangen, wir werden Cäsaren sein, und dann werden wir auch an das Glück aller Menschen auf Erden denken.

Du aber hättest schon damals das Schwert des Cäsar ergreifen können. Warum hast du diese letzte Gabe zurückgewiesen? Hättest du diesen dritten Rat des mächtigen Geistes angenommen, so hättest du alle Wünsche erfüllt, die der Mensch hier auf Erden hegt.

Das Bedürfnis zu universeller Vereinigung ist nämlich die dritte und letzte Qual der Menschen. Immer hat die Menschheit in ihrer Gesamtheit danach gestrebt, sich unter allen Umständen universell zu gestalten.

Doch je höher diese Völker standen, desto unglücklicher waren sie, weil sie stärker als die anderen das Bedürfnis nach einer universellen Vereinigung der Menschen empfanden.

Hättest du das Schwert und den Purpur des Cäsar angenommen, so hättest du eine Weltherrschaft begründet und der ganzen Welt Ruhe gebracht.

Denn wem anders steht es zu, über die Menschen zu herrschen, als denen, die das Gewissen der Menschen in ihrer Gewalt haben und in deren Händen das Brot der Menschen ist?

Wir unsererseits haben das Schwert des Cäsar ergriffen; dabei haben wir uns freilich von dir abgewandt und sind ihm gefolgt.

Oh, noch jahrhundertelang wird der Unfug des freien Verstandes, der Wissenschaft und Menschenfresserei dauern! Denn sie, die ihren babylonischen Turm ohne uns aufzuführen begannen, werden bei der Menschenfresserei enden.

Und wir werden uns auf das Tier setzen und den Kelch erheben, auf dem geschrieben steht: Geheimnis! Erst dann wird für die Menschen das Reich der Ruhe und des Glücks anbrechen.

Du bist stolz auf deine Auserwählten. Aber du hast nur Auserwählte, während wir allen Ruhe bringen.

Und noch eins. Sie haben die Kräfte ihres Geistes und die Glut ihres Herzens auf ein anderes Feld übertragen und tun das auch jetzt noch und werden es tun, bis sie ihr Freiheitsbanner sogar gegen dich erheben.

Aber du selbst hast dieses Banner erhoben. Bei uns jedoch werden alle glücklich sein und nicht mehr rebellieren und einander vernichten, wie es unter deiner Freiheit allerorten geschah.

Nun, werden wir damit recht haben? Oder wird das eine Lüge sein? Denn sie werden sich erinnern, zu welcher schrecklichen Sklaverei und Verwirrung sie deine Freiheit gebracht hat.

Ihr allein wart im Besitz seines Geheimnisses! Wir kehren zu euch zurück, rettet uns vor uns selbst! Und sehr wohl werden sie zu schätzen wissen, was es bedeutet, sich ein für allemal zu unterwerfen!

Solange die Menschen das nicht begreifen, werden Sie unglücklich sein. Und nun sag, wer hat am meisten zu diesem Unverständnis beigetragen?

Wer hat die Herde zersplittert und auf unbekannte Wege versprengt? Die Herde wird sich jedoch von neuem sammeln und von neuem unterwerfen, und dann ein für allemal.

Dann werden wir den Menschen ein stilles, friedliches Glück gewähren: das Glück der schwachen Wesen, als die sie nun einmal geschaffen sind.

Du hast sie emporgehoben und dadurch stolz gemacht. Sie werden eingeschüchtert zu uns aufblicken und sich ängstlich an uns drücken — wie die Kücken an die Henne.

Sie werden kraftlos zittern vor unserem Zorn, ihr Geist wird verzagen, ihre Augen werden dem Weinen nahe sein wie die von Kindern und Frauen — doch ebenso leicht werden sie auch auf unseren Wink zu Fröhlichkeit und Gelächter, zu heller Freude und glückseligen Kinderliedchen übergehen.

Ja, wir werden sie zwingen zu arbeiten; ihre arbeitsfreien Stunden aber werden wir ihnen zu einem kindlichen Spiel umgestalten, mit Kinderliedern, Chorgesängen und unschuldigen Tänzen.

Oh, wir werden ihnen auch die Sünde erlauben. Wir werden ihnen sagen, jede Sünde könne wiedergutgemacht werden, sofern sie mit unserer Erlaubnis begangen worden ist.

Und wenn ihnen also von uns gestattet werde zu sündigen, so habe das seinen Grund in unserer Liebe zu ihnen. Die Strafe für diese Sünden seien wir bereit, auf uns zu nehmen.

Und wir werden sie auch auf uns nehmen! Sie aber werden uns als ihre Wohltäter vergöttern, weil wir vor Gott ihre Sünden auf uns nehmen.

Und sie werden keinerlei Geheimnisse vor uns haben. Wir werden ihnen erlauben oder verbieten, mit ihren Frauen und Geliebten zu leben, Kinder zu haben oder keine Kinder zu haben, alles je nach ihrem Gehorsam, und sie werden sich uns mit Lust und Freude unterwerfen.

Auch die qualvollsten Geheimnisse ihres Gewissens — alles werden sie uns anvertrauen, und wir werden alles entscheiden. Und alle die Millionen von Wesen werden glücklich sein, mit Ausnahme der Hunderttausend, die über sie herrschen.

Denn nur wir, die Hüter des Geheimnisses, werden unglücklich sein. Es wird Tausende von Millionen glücklicher Kinder geben und hunderttausend Dulder, die den Fluch der Erkenntnis von Gut und Böse auf sich genommen haben.

Still werden sie sterben, still in deinem Namen erlöschen und jenseits des Grabes nur den Tod finden. Denn selbst wenn es etwas im Jenseits gäbe, dann doch sicherlich nicht für solche wie sie.

Es wird prophezeit, du würdest wiederkommen mit deinen Auserwählten, mit deinen Stolzen und Starken und einen neuen Sieg erringen.

Aber wir werden sagen, diese hätten nur sich selbst gerettet, wir hingegen alle Menschen. Doch dann werde ich aufstehen und dich auf die Tausende von Millionen glücklicher Kinder hinweisen, die keine Sünde gekannt haben.

Und wir, die wir um ihres Glückes willen ihre Sünde auf uns genommen haben, werden vor dich hintreten und sagen: Verurteile uns, wenn du das kannst und wagst!

Aber ich kam zur Besinnung und hatte kein Verlangen mehr, dem Wahnsinn zu dienen. Ich ging fort von den Stolzen und kehrte zu den Demütigen zurück, um diese glücklich zu machen.

Was ich dir sage, wird in Erfüllung gehen, und unser Reich wird errichtet werden. Ich wiederhole, schon morgen wirst du sehen, wie diese gehorsame Herde auf meinen ersten Wink herbeistürzt und glühende Kohlen für deinen Scheiterhaufen zusammenscharrt.

Wenn jemals einer vor allen anderen unseren Scheiterhaufen verdient hat, so bist du es. Morgen werde ich dich verbrennen. Iwan schwieg. Doch als er fertig war, lächelte er auf einmal.

Aljoscha hatte ihm die ganze Zeit schweigend zugehört; gegen Ende war er vor Erregung wiederholt im Begriff, den Bruder zu unterbrechen, hatte sich aber offenbar gewaltsam beherrscht.

Doch jetzt sprang er plötzlich auf und fing an zu reden. Und wer soll dir glauben, was du da von der Freiheit gesagt hast?

Ist das etwa die Auffassung unserer rechtgläubigen Kirche? Das ist Rom, und nicht einmal das ganze Rom!

Das ist eine Unwahrheit! Und eine solche Phantasieperson wie deinen Inquisitor kann es überhaupt nicht geben. Was sind das für Sünden der Menschen, die da auf sich genommen wurden?

Was sind das für Geheimnisträger, die einen bestimmten Fluch auf sich genommen haben, um die Menschen glücklich zu machen?

Wann hat man von ihnen gehört? Wir kennen die Jesuiten, es wird schlecht über sie gesprochen, trifft aber auf sie zu, was du da sagst? Sie sind ganz und gar nicht so, überhaupt nicht Sie sind einfach die römische Armee für das künftige irdische Weltreich, an dessen Spitze der römische Erzpriester als Imperator stehen soll Das ist ihr Ideal, ohne alle Geheimnisse und ohne allen erhabenen Kummer Es handelt sich um das einfachste Verlangen nach Macht, nach schmutzigen irdischen Gütern, nach Ausbeutung, nach einer neuen Art von Leibeigenschaft, wobei sie natürlich selbst die Gutsbesitzer werden möchten.

Das ist alles, was sie wollen. Vielleicht glauben sie gar nicht an Gott. Dein leidender Inquisitor ist nichts als Phantasie Phantasie, sagst du.

Nun meinetwegen. Aber erlaube mal, meinst du wirklich, die ganze katholische Bewegung der letzten Jahrhunderte sei tatsächlich weiter nichts als ein Streben nach Macht, nur um schmutziger Güter willen?

Hat Vater Paissi dir das beigebracht? Ich frage dich geradezu: Warum glaubst du, die Jesuiten und Inquisitoren hätten sich einzig und allein um schnöder materieller Güter willen zusammengetan?

Wäre so etwas nicht denkbar? Welchen klugen Leuten? Höchstens ihre Gottlosigkeit, das ist ihr ganzes Geheimnis! Dein Inquisitor glaubt nicht an Gott, das ist sein ganzes Geheimnis!

Endlich hast du es erraten. Es ist wirklich so, darin besteht tatsächlich das ganze Geheimnis! Und wohlgemerkt, der Betrug geschieht im Namen eines Ideals, an das der Greis sein ganzes Leben leidenschaftlich geglaubt hat!

Ist das etwa keine Tragik? Ja noch mehr, ein einziger solcher Mensch an der Spitze reichte aus, damit für die römische Sache mit all ihren Heeren und Jesuiten endlich eine wirklich führende Idee, die höchste Idee gefunden würde.

Übrigens führe ich mich bei der Verteidigung meiner Gedanken auf wie ein Autor, der deine Kritik nicht vertragen kann.

Dessen Schweigen wird ihm peinlich. Er hat bemerkt, wie ihm der Gefangene die ganze Zeit still zugehört und eindringlich in die Augen gesehen hat — offenbar ohne die Absicht, etwas zu erwidern.

Das ist seine ganze Antwort. Der Greis fährt zusammen. Komm überhaupt niemals wieder! Niemals, niemals! Der Gefangene geht! Das verrückte Poem eines verrückten Studenten, der niemals auch nur zwei Verse geschrieben hat.

Warum nimmst du die Sache so ernst? Ach Gott, was geht das mich an? Wie willst du leben, mit welcher Kraft die alle lieben? Und wenn du das nicht tust, wirst du es nicht aushalten können und dich selbst töten!

Ich nehme ihn nicht zurück. Und auch Mitenkas Redaktion dieses Satzes war gar nicht übel. Na, wie ist es, sagst du dich deswegen von mir los, ja?

Dennoch ich danke dir. Steh auf, Aljoscha, wir wollen gehen. Es ist Zeit für uns beide. Genügt dir das? Wenn du willst, kannst du das als eine Liebeserklärung auffassen.

So, und jetzt geh. Und zwar du nach rechts, ich werde nach links gehen — es ist genug, hörst du? Es ist genug! Das ist meine dringende Bitte Ich meinerseits werde dir dafür ebenfalls etwas versprechen.

Und wenn ich gar in Amerika wäre — ich würde extra deswegen zu dir kommen, das sollst du wissen! Es wird mich sehr interessieren, dich dann zu sehen, was für ein Mensch du sein wirst.

Hast du gehört, das war ein recht feierliches Versprechen! Wir nehmen jetzt aber tatsächlich vielleicht für sieben oder zehn Jahre Abschied. Geh jetzt!

Iwan drehte sich plötzlich um und ging weg, ohne sich noch einmal umzuwenden. Das ähnelte der Art, wie tags zuvor Dmitri von Aljoscha weggegangen war, obgleich das wieder ganz anders gewesen war.

Diese sonderbare kleine Wahrnehmung ging Aljoscha, betrübt und bekümmert, wie er in diesem Augenblick war, wie ein Pfeil, durch den Sinn.

Er wartete noch ein Weilchen und schaute seinem Bruder nach. Das war ihm früher noch nie aufgefallen. Dann drehte er sich ebenfalls um und eilte rasch, beinahe laufend, zum Kloster.

Wie am vorhergehenden Tag hatte sich wieder ein Wind erhoben, und um ihn rauschten die alten Fichten, als er in das Wäldchen der Einsiedelei kam.

Er fing beinahe an zu rennen. Da ist ja die Einsiedelei, Gott sei Dank! Ja, er ist ein Pater Seraphicus, das ist er! Er wird mich retten Vor ihm und für alle Zeit!

Später fragte er sich wiederholt verständnislos, wie er nach dem Abschied von Iwan so vollständig seinen Bruder Dmitri hatte vergessen können, obwohl er sich am Vormittag, nur wenige Stunden früher, fest vorgenommen hatte, ihn unbedingt aufzusuchen und nicht wegzugehen, ehe er ihn gesehen hatte — selbst wenn er in dieser Nacht nicht mehr ins Kloster zurückkehren konnte.

Aber obwohl eine gewisse Furcht vor dem Neuen und Unbekannten tatsächlich in seiner Seele vorhanden war — nicht das war es, was ihn in diesem Augenblick quälte.

Es sieht danach aus, so zuwider ist mir dieses Haus geworden! Und obwohl ich heute zum letztenmal diese verabscheute Schwelle überschreite, ist mein Widerwille doch der gleiche Vielleicht der Abschied von Aljoscha und das Gespräch mit ihm?

Das beste ist, nicht daran zu denken! Alles wurde ihm mit einem Schlage hell und klar. Schon vorhin, als Aljoscha von seiner Begegnung mit Smerdjakow sprach, war ein finsteres, widerwärtiges Gefühl über ihn gekommen und hatte einen entsprechenden Zorn in ihm hervorgerufen.

Während des Gesprächs hatte er Smerdjakow dann eine Zeitlang vergessen, dieser war jedoch in seiner Seele geblieben, und kaum hatte sich Iwan Fjodorowitsch von Aljoscha getrennt und allein den Heimweg angetreten, trat das vergessene Gefühl sogleich wieder hervor.

Iwan Fjodorowitsch war auf diesen Menschen in der letzten Zeit und besonders in den letzten Tagen tatsächlich zornig geworden. Er hatte seinen wachsenden Zorn auf dieses Subjekt sogar selbst bemerkt.

Vielleicht hatte dieser Zorn gerade deswegen eine solche Schärfe angenommen, weil sich das Verhältnis anfangs, nach Iwan Fjodorowitschs Ankunft, ganz anders gestaltet hatte.

Damals hatte sich Iwan Fjodorowitsch für Smerdjakow sozusagen besonders interessiert, er hatte ihn sogar für einen recht originellen Menschen gehalten.

Von da an datierte seine Abneigung. Später hatte dann im Hause das wüste Treiben begonnen, Gruschenka war auf der Szene erschienen, die Streitereien mit dem Bruder Dmitri hatten angefangen, es hatte allerlei Ärger gegeben; darüber hatten sie dann auch gesprochen.

Obgleich sich Smerdjakow bei solchen Gesprächen immer sehr erregt zeigte, war es doch unmöglich zu erkennen, in welche Richtung seine Wünsche gingen.

Man konnte sich sogar über das Unlogische und Unordentliche mancher seiner Wünsche wundern, die nur unwillkürlich zutage traten und stets in gleicher Weise unklar waren.

Smerdjakow erkundigte sich nach allem möglichen und stellte indirekte, offenbar vorher überlegte Fragen. Doch wozu er das tat, erklärte er nie; gerade im interessantesten Augenblick seiner Nachfragen pflegte er mitunter plötzlich zu verstummen oder das Thema zu wechseln.

Iwan Fjodorowitsch hatte jedoch auch hier die wahre Ursache seines wachsenden Widerwillens lange Zeit nicht erkannt und erst in der allerletzten Zeit gemerkt, wie es sich damit verhielt.

Mit Zorn und Widerwillen blickte er in Smerdjakows kastratenhaft schlaffes Gesicht mit den zurückgekämmten Schläfenhaaren und der in die Höhe frisierten kleinen Tolle.

Wir beide passen nicht zueinander, Dummkopf! Einen Moment war ihm geradezu ängstlich zumute; er erinnerte sich später daran. Was willst du eigentlich?

Wieder trat Stillschweigen ein. Sie schwiegen fast eine Minute lang. Ist sie nicht gekommen? Warum ist sie nicht gekommen?

Und wenn Agrafena Alexandrowna nicht kommt, denn sie hat vielleicht gar nicht die Absicht, überhaupt jemals zu kommen, so fällt er morgen früh wieder über mich her: Warum ist sie nicht gekommen?

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3 thoughts on “Die Brüder Karamasow

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